Reichweiten-Check & Federungs-Fauxpas
Wetter-Bedingungen: Ziemlich warm mit über 20°C, aber der Himmel ist bedeckt, Boden leicht angefeuchtet – ein Grip-Traum aus Tannen- und Laubboden.
Die „Ich-doof“-Erkenntnis zum Start
Man sagt ja, der größte Fehler sitzt oft auf dem Sattel. Da plane ich eine epische Reichweiten-Testfahrt und merke erst kurz vor knapp: Ich bin seit 2025 mit einer Gabel-Härte rumgefahren, die eher an einen Amboss als an ein Mountainbike erinnerte.
Total vergessen! 🤪💥☠️
Also: Luft raus aus der Lyrik (runter auf die dicke „7“ / 70 PSI), Rebound auf die goldene Mitte (13 Klicks) und los. Der Akku war natürlich auch nicht voll, aber wer braucht schon Planung, wenn er Leidenschaft hat?
Mein erstes Ziel war die S0-S5-Downhill-Passage am Scharfenstein und die war mega geschmeidig, denn die Gabel arbeitet nun noch besser und fluppt sauber über die kantigen Steinbrocken.
Etappe 1: Hochwald-Attacke & Tschechen-Dschungel (Lužické hory)Der Aufstieg ab Lückenborf zum Hochwald ist ziemlich lang und für meine Beine echt anstrengend, demzufolge ging die Akkukapazitä dem Ende zu.
Erster Check: 13 km | 640 hm | knapp 4 Balken verbraucht.
Einen Akkuwechsel habe ich allerdings noch nicht vorgenommen, denn ich wusste schließlich, dass es erstmal eine ganze Weile nur bergab geht. Also direkt rein in den versteckten Downhill auf der böhmischen Seite des Lausitzer Gebirges Richtung Kančí vrch. Das CHILI hat den feuchten Boden förmlich aufgesaugt, aber dann.....
Heilige Felsbrocken!
Die Dinger haben mich kurzzeitig dezent überfordert.
Wer hier stumpf ballert, verliert. Da muss ich definitiv noch öfter ran, um zwischen all dem Geröll die perfekte Linie zu finden. Die Abfahrt an sich war aber trotzdem echt genial, schön kurvenreich, spannend und über einen Kilometer lang.
Bergauf zurück in Richtung Lückendorf war sogar recht moderat. An dieser Stelle wurde dann aber endlich der Akku gewechselt.
Status beim Akku-Wechsel: > 18 km | 770 Höhenmeter | alle 4 Balken verbraucht
Etappe 2: Der Schock-MomentMit frischen 250 Wattstunden ging's direkt noch mal den Berg hoch und diesmal fuhr ich den Stein-Trail vom höchsten Einstieg an. Die Reise bis unten hatte dadurch einen Höhenunterschied von fast 250 Meter und einer Rampe mit -55 % Gefälle. Der Trail war gespickt diversen Bodenwellen, Wurzeln und Steinen, doch plötzlich stand ich vor einem heftigen Steinfeld. Diese Stelle war mir eindeutig zu heftig, um sie zu fahren, denn selbst zu Fuß mit dem leichten Fahrrad war es schon eine Tortur, ansonsten ist dieser Trail auf jeden Fall? Gold wert. Das ist richtig. krachig und erfreut das Enduro-Herz. Die Federung an der Front zeigt sich durchweg von der besten Seite.
Track-Review per Klick auf Play:Interaktiver Streckenverlauf, inkl. Höhenprofil live auf der Karte.
Etappe 3: Das „Flup-Flup“-PhänomenAm ruppigen Steilstück an der Lokomotive Richtung Kelchstein runter wurde mir klar, was ich die ganze Zeit verpasst hatte. Die Gabel machte nur noch
„Flup Flup“, so dass mein CHILI praktisch fluffig über alles rüber geglitten ist.
Auf leichten Anstiegen oder recht einfachen Wegen bin ich komplett ohne Motor gefahren.
Das Finale: Pfeilschnell am AbgrundBeim Kurt-Steinadlerweg bis runter zur Downhill-Passage gab es dann kein Halten mehr. Der leicht feuchte Waldboden und die Steindrops waren meine perfekte Spielwiese. Das CHILI wollte gar nicht mehr aufhören zu rennen –
pfeilschnell und so kontrolliert, dass es sich an vielen Stellen anfühlte, als würde ich
fliegen.
Zum krönenden Abschluss noch den Cross-Country-Trail am Töpferrand, die Rot-Weiß-Passage mit den nächsten Steindrops und den GreenTrail mitgenommen, danach war die Zielgerade sozusagen in Sicht. ✅
Das nüchterne Fazit für die Nachwelt:Man kann bescheuerte Testfahrten machen, man muss sie nur dokumentieren!
Grenzübergreifende Tour im Lausitzer Gebirge (DE/CZ) Gesamtstrecke: 35 km
Höhenmeter: 1.200 hm
Energieverbrauch: 350 Wh (insgesamt 6 Balken a 250 Wh verbraucht)
Restkapazität: 3 Balken (im Zweit-Akku)
Setup-Erkenntnis: Gabel-Setup schlägt Akkustand. Wenn die Federung arbeitet, fliegt das CHILI auch mit weniger Strom.